
Menschen, die zum Teil in GEBEWO-Einrichtungen wohnen, bei der Probe zum Musical „Nachbarschaft“. Das Musical wurde im Sommer 2011 in Zusammenarbeit mit der freien Theaterregisseurin Jill Emerson aufgeführt. Bildquelle: GEBEWO
Wohnungslosen und suchtkranken Menschen wieder eine Perspektive geben – dafür arbeiten die 260 Mitarbeiter des GEBEWO-Verbunds tagtäglich in Berlin. Die standardisierten Hilfsangebote unseres Sozialsystems erreichen viele Menschen gar nicht erst. Und wenn keine sofortigen Veränderungen bei den Empfängern der staatlichen Hilfestellungen sichtbar werden, drohen schnell Sanktionen oder sogar der Hilfeabbruch. Die Geschäftsführer des Sozialdienstleisters GEBEWO – Soziale Dienste – Berlin gGmbH, Lothar Fiedler und Robert Veltmann, gehen daher ihren eigenen Weg: „Wir legen bei unseren Hilfsangeboten sehr viel Wert auf das Erkennen des individuellen Hilfebedarfs und auf eine Vielfalt von bedarfsorientierten Hilfsangeboten“, sagt Robert Veltmann.
Vorkämpfer für neue Lösungswege
Sehr viele wohnungslose Menschen haben hohe Schulden. Diese stellen enorme Hürden für die Rückkehr in ein geregeltes Leben dar. Bereits seit Ende der 90er Jahre arbeitet die GEBEWO deshalb mit verschiedenen Berliner Wohnungsunternehmen zusammen. Sie berät und betreut deren Mietschuldner und sucht gemeinsam nach Lösungswegen. Ziel ist, es gar nicht erst zur Obdachlosigkeit kommen zu lassen. Mit dieser Herangehensweise ist die GEBEWO in ganz Deutschland Vorreiter.
Auch in der Arbeit mit wohnungslosen Frauen leistet der Berliner Sozialdienstleister Pionierarbeit. Häufig haben die Frauen traumatische Gewalterfahrungen gemacht, leiden unter psychischen Erkrankungen und leben in sozialer Isolation. Viele Frauen sind psychisch labil, manche sogar akut selbstmordgefährdet. Diesen Problemen im Rahmen der regulären Wohnungslosenhilfe ohne therapeutische Betreuung gerecht zu werden, ist äußerst schwierig. Bei einem Pilotprojekt kombiniert die GEBEWO daher die Wohnungshilfe bei Frauen mit einer eigens dafür beschäftigten Psychologin. Eine Studie zu diesem Projekt soll die Verantwortlichen im Berliner Senat von diesem neuen, vielversprechenden Hilfsmodell überzeugen.
Jeder Mensch erhält Hilfe
In der Arbeit mit wohnungslosen Suchtabhängigen hat die GEBEWO lernen müssen, dass nicht jede Therapie zum Erfolg führt. „Es gibt eine Gruppe von suchtkranken Menschen, die einfach nicht mehr die Kraft zu haben scheint, den Strohhalm zu fassen, den wir ihnen entgegenhalten“, so Veltmann. Seit 1998 betreut der Berliner Sozialdienstleister „nasse“ Alkoholiker, auch wenn dieser Ansatz suchttherapeutisch umstritten ist. Die Mitarbeiter konzentrieren sich darauf, dass die therapieresistenten Suchtabhängigen ausgewogen essen, der Körperhygiene nachgehen und in der Gemeinschaft Positives erleben. Sehr vielen gelingt es, mithilfe der GEBEWO ihren Alkoholkonsum zu reduzieren, und manche schaffen es irgendwann, sogar trocken zu werden.
„Seit 1994 erproben wir mit der GEBEWO eigene Ideen und konnten stufenweise unsere Visionen für ein breites Hilfsangebot umsetzen“, sagt Veltmann. Diese Visionen sind der Treibstoff für das unermüdliche Engagement der Berliner Hilfsorganisation. Viele der visionären Projekte sind ohne Spenden oder ehrenamtliche Helfer nicht zu realisieren. Auf welchem Weg Sie die GEBEWO unterstützen können, erfahren Sie auf der Website des Sozialdienstleisters. jm






